Selbstverwaltung? Selbstorganisation! Teil 4

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Ein Versuch, an die Ursprungsimpulse der Waldorfschule anzuknüpfen und sie mit den neueren Entwicklungen zur Selbstorganisation zu verbinden

Teil 4 von 8

Der besseren Lesbarkeit halber wird an bestimmten Stellen das generische Maskulin verwendet, es sind damit jedoch immer alle Geschlechter gleichermaßen gemeint.

Die Grundprinzipien der Selbstorganisation

Selbstorganisation im Überblick

Zum besseren Verständnis der Grundprinzipien der Selbstorganisation werden sie hier noch einmal vereinfacht dargestellt und danach auf die Freie Waldorfschule bezogen. Es geht mir dabei nicht um ein Modell, sondern darum, die Strukturprinzipien und Formen exemplarisch darzustellen, um sie dann allgemein auf die Waldorfschule zu beziehen. Wie eine bestimmte Waldorfschule das dann konkret auf ihre besonderen Verhältnisse beziehen und anwenden kann, wird für jeden sozialen Organismus Waldorfschule spezifisch sein. Ebenfalls werden die Schritte, die man in Bezug auf die Umwandlung einer bestehenden Selbstverwaltung in eine Selbstorganisation gehen kann und will, in jeder Waldorfschule jeweils anders aussehen. Hier geht es jetzt nur darum, die Funktionsprinzipien der Selbstorganisation vor dem dargestellten Hintergrund der sozialen Dreigliederung einmal exemplarisch zu verdeutlichen und dann auf die Waldorfschule zu übertragen.

Das Neue an dem Ansatz der Selbstorganisation bzw. der kollegial geführten Unternehmen besteht vor allem darin, dass die Wertschöpfung – also der Dienst am „Kunden“ – in den Mittelpunkt gerückt wird und sich alles andere daran orientiert. Das Bild von Seite 6 und 7, in dem die Organisation der kollegialen Führung nach Oesterreich/ Schröder dargestellt wird, sieht in seinem Grundmodell bezogen auf die Aufgaben vereinfacht dargestellt so aus:

Im Umfeld sind die Kunden, für die die Wertschöpfung in der Produktion oder als Dienstleitung geleistet wird. An deren Bedürfnissen orientieren sich alle Aktivitäten des selbstorganisierten sozialen Organismus/ Unternehmens.

Die Wertschöpfungseinheiten bilden deshalb die Basis des Betriebes und organisieren sich selbst.

Sie schaffen sich die für die Wertschöpfung notwendigen zentralen Dienstleistungseinheiten, die jeweils auch wieder selbstorganisiert arbeiten. Wichtig ist dabei, dass diese Dienstleistungen professionell erbracht werden und nicht die Kräfte der Wertschöpfung binden.

Die Wertschöpfungseinheiten koordinieren sich nach bestimmten, gemeinsam entwickelten Spielregeln in übergeordneten Gremien zu gemeinsamen Fragen/Aufgaben.

In der Mitte des Bildes finden wir den Unternehmer (=U) bzw. eine kleine Unternehmergruppe von 2-3 Menschen, die das Gesamtbewusstsein für den ganzen sozialen Organismus und für die Zukunft entwickeln und alle übrigen Einheiten in ihrer Arbeit unterstützen.

Die Bereiche:

Kunden

Die Grundaufgaben der Wertschöpfung werden durch jeweils selbstorganisierte Einheiten erfüllt und in koordinierenden Gremien aufeinander abgestimmt, so dass sich das folgende Bild der Ausführungseinheiten in diesen Bereichen ergibt:

Die Ausführungseinheiten:

Die Führung des sozialen Organismus erfolgt immer aus der Wertschöpfung heraus, während die Dienstleistungen und die Führungsgremien alle anderen unterstützen!


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Bild von Steve Bidmead auf Pixabay

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