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Selbstverwaltung? Selbstorganisation! Teil 8

Teil 8 von 8

Bild von Steve Bidmead auf Pixabay

zu Selbstverwaltung? Selbstorganisation! Teil 7

Der besseren Lesbarkeit halber wird an bestimmten Stellen das generische Maskulin verwendet, es sind damit jedoch immer alle Geschlechter gleichermaßen gemeint.

Es ist faszinierend! Seit etwa der letzten Jahrtausendwende gibt es deutlich verstärkt eine neue weltweite Bewegung zur Selbstorganisation in Firmen, verschiedenen Organisationen, Schulen etc. Das hat sich schon länger angekündigt. Auch die Freien Waldorfschulen haben schon seit 1919 Formen der kollegialen Führung versucht. Was haben diese Ansätze miteinander zu tun?

Exkurs: Eigene Erfahrungen

Damit meine Begeisterung für diese neuen Ansätze verstanden werden kann, will ich kurz meine eigene Beschäftigung mit diesem Thema schildern.

Schon in meiner Schulzeit im Landerziehungsheim Schloss Stein habe ich das selbstorganisierte und kooperative Lernen in vielfältigen Ansätzen praktizieren dürfen. Diese positive Erfahrung hat sich durch mein weiteres Leben hindurchgezogen.

So war ich 1968 an der Reform des Architekturstudiums an der TU München beteiligt, wo wir das bis dahin recht verschulte Studium gegen viele Widerstände letztlich erfolgreich in ein projektbezogenes, selbstorganisiertes Studium umgewandelt haben.

Als Lehrender an der Universität Konstanz im Fachbereich Politische Wissenschaft/Verwaltungswissenschaft habe ich in den 1970er Jahren mit meinen Studenten die damals bekannten Ansätze zur Selbstverwaltung (wie man das damals nannte) untersucht u.a. am Beispiel Jugoslawien und anderen historischen Ansätzen, wie der Roten Armee von Trotzki, aber auch an damals aktuellen Bürgerinitiativen wie z.B. dem Widerstand gegen das in Whyl am Kaiserstuhl geplante Atomkraftwerk, das von der Bürgerbewegung, vor allem von den Winzern, erfolgreich verhindert werden konnte.

Uns hat damals bewegt herauszufinden, wie eine selbstverwaltete Organisation mit ihren Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen auf das Vertrauen in das Individuum und in dessen Potentiale aufgebaut werden kann und wie es durch vertrauensvolle Kooperation erfolgreich arbeiten kann.

Dann habe ich mich erst als Vater, dann als Oberstufenlehrer und geschäftsführender Vorstand der Freien Waldorfschule in Überlingen 20 Jahre lang in die „Feldforschung“ in diesem selbstverwalteten Organismus begeben und dabei selbst erfahren dürfen, wie auf der Grundlage der OE-Ansätze und sozialen Gestaltungsprinzipien des NPI (Nederländisch Pädagogisch Institut), der ersten anthroposophisch arbeitenden Unternehmensberatung in Zeist (NL), eine Waldorfschule viele Jahre sehr erfolgreich und zur Zufriedenheit aller Beteiligten, der Lehrer, Eltern und Schüler, selbstorganisiert und kollegial geführt arbeiten kann.

Seit 1986 habe ich diese Erfahrungen dann selbst immer mehr in der Organisationsentwicklung und der Krisen- sowie Konfliktbearbeitung sowie in erwachsenengerechten Fortbildungen in allen Bereichen in der Waldorfbewegung anwenden und weiterentwickeln können.

Hinzu kommen meine Erfahrungen

  • in der Begleitung von über 200 Praxisforschungsprojekten zum individualisierten, kooperativen und selbstverantwortlichen Lernen an Freien Waldorfschulen,
  • mit einem selbstorganisierten Lernforschungsprojekt, der Freien Hofschule Gaisberg in Salzburg, in dem wir mit Hochsensiblen, Bilddenkern und anderen Hochbegabten, die an anderen Schulen nicht mehr zurechtkamen, das dialogische Lernen 6 Jahre erproben durften
  • in der selbstorganisierten Waldorflehrer-Ausbildung in der LiP Nord und LiP Süd und in den selbstverwalteten berufsbegleitenden Waldorflehrer-Seminaren
  • sowie meine Erfahrungen in der Begleitung einzelner hochsensibler, autonomer, hochbegabter, „auffälliger“ Kinder der neuen Generation, die ganz andere Formen des Lernens wünschen und brauchen.

Der ganze Artikel steht auch unter Veröffentlichungen Führung zum zum download bereit

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